Sonne, Strand und ein günstiger Alltag – das klingt nach Freiheit. Wenn du dich jedoch dafür entscheidest, auf Djerba zu leben, gibt es ein paar Dinge, die du beachten solltest, wie zum Beispiel Versicherungen, Altersvorsorge und Steuern. Gerade hier gibt es Unterschiede, die viele Auswanderer unterschätzen.
Inhaltsübersicht
Versicherungen – zwischen Pflicht und Vernunft
In Tunesien gibt es kein ausgefeiltes Sozialsystem wie in Deutschland. Es ist immer ein sehr schwieriges und belastendes Erlebnis, wenn man plötzlich krank wird oder einen Unfall hat. Besonders schlimm ist es, wenn man dann auch noch ohne Absicherung dasteht. Natürlich sind Arztbesuche und Medikamente günstig, aber wie wir alle wissen, können schwere Operationen oder Behandlungen teuer werden.
Viele Auswanderer behalten daher ihre Krankenversicherung in Europa oder schließen eine internationale Police ab. Das kostet je nach Alter und Leistungen zwischen 100 und 250 Euro im Monat – eine große finanzielle Belastung, die im Ernstfall leider unbezahlbar wäre. Wenn du sparen möchtest, kannst du dich auch lokal versichern. Dann musst du allerdings mit ein paar Einschränkungen bei den Leistungen rechnen.
Ich empfehle dir von Herzen, auch andere Versicherungen abzuschließen. Eine kleine Hausratversicherung schützt dich zum Beispiel bei Einbruch oder Wasserschaden. Und eine Haftpflichtversicherung ist auch ratsam. Die Beiträge sind in der Regel günstiger als in Europa, wobei der Schutz nicht ganz so umfassend ist.
Altersvorsorge – die Rente bleibt Heimatfrage
Djerba ist für viele Rentner ein wahres Paradies: Sonne, niedrige Kosten, entspannter Alltag – das klingt doch nach dem perfekten Urlaub! Die Rentenzahlung kommt jedoch nicht aus Tunesien, sondern weiterhin aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Die EU-Renten werden selbstverständlich problemlos nach Tunesien überwiesen – allerdings in Euro, die dann in Dinar umgerechnet werden.
Und auch Ihre privaten Altersvorsorgeverträge bleiben selbstverständlich in Ihrem Heimatland. Wenn Sie zusätzlich sparen möchten, können Sie in Tunesien Immobilien oder lokale Projekte als Kapitalanlage nutzen. Aber Vorsicht: Investitionen erfordern Wissen und Vertrauen.
Ich empfehle dir von Herzen, die staatliche Rente in deinem Heimatland zu nutzen und die niedrigen Lebenshaltungskosten auf Djerba als „Rentenbonus“ zu betrachten. Setze nicht auf unsichere tunesische Vorsorgeprodukte.
Steuern – eine Frage des Wohnsitzes
Wir wissen, dass Steuern für Auswanderer oft ein kompliziertes Thema sind. Wenn Sie Ihren Hauptwohnsitz nach Tunesien verlegen, können Sie dort steuerpflichtig werden. In Tunesien wird Einkommensteuer erhoben, und zwar mit deutlich niedrigeren Sätzen als in Europa.
Bitte beachten Sie, dass zwischen Tunesien und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen existiert. Das bedeutet, dass Einkommen nicht doppelt versteuert wird. Damit Sie diese Regelung in Anspruch nehmen können, müssen Sie lediglich nachweisen, wo Ihr Lebensmittelpunkt liegt. Für Rentnerinnen und Rentner heißt das: In der Regel bleibt die Steuerpflicht im Heimatland bestehen, es sei denn, man gibt dort alle Bindungen auf.
Liebe Selbstständige und digitale Nomaden, wir möchten euch ans Herz legen, euch frühzeitig beraten zu lassen. Am besten durch einen Steuerberater, der sowohl deutsches als auch tunesisches Steuerrecht kennt.
Fazit: Sicherheit ist keine Nebensache
Versicherungen, Altersvorsorge und Steuern sind nicht die spannendsten Themen beim Auswandern nach Djerba – aber sie entscheiden, ob der Traum langfristig funktioniert. Versicherungen sichern dich gegen den Ernstfall ab, auch wenn sie Geld kosten. Die Rente bleibt dein Anker im Heimatland – auf Djerba wirkt sie durch die günstigen Kosten wie eine Aufwertung.
Steuern sind komplex, aber mit Beratung beherrschbar.
Wer diese Punkte ernst nimmt, baut nicht nur ein Leben im Hier und Jetzt, sondern auch eine sichere Basis für die Zukunft.






