Viele Auswanderer starten mit einem 90-Tage-Aufenthalt auf Djerba, was eine wunderbare Gelegenheit darstellt, sich in Ruhe an die neue Umgebung zu gewöhnen. Manche verlängern ihren Aufenthalt ein paar Mal, andere wiederum unternehmen „Visa-Runs“ nach Europa. Doch irgendwann stellt sich vielleicht die Frage: Wie kann ich länger bleiben – oder sogar dauerhaft?
Die Antworten sind nicht immer einfach, aber klar: Ein Langzeit- oder Daueraufenthalt sind möglich – mit Geduld, Strategie und der Bereitschaft, sich auf tunesische Strukturen einzulassen.
Inhaltsübersicht
Von der Verlängerung zum Langzeitaufenthalt
Am Anfang ist es unkompliziert: Drei Monate darf man ohne Visum bleiben, was wirklich eine tolle Möglichkeit ist. Wenn du mehr Zeit brauchst, kannst du bei der Polizei auf Djerba eine Verlängerung beantragen. Das klappt oft ganz wunderbar, ist aber keine Dauerlösung. Der nächste Schritt ist ein richtiger Langzeitaufenthalt. Es reicht nicht aus, einfach nur Stempel zu sammeln.
Es ist wichtig zu belegen:
- Ich habe hier einen festen Wohnsitz.
- Ich kann meinen Lebensunterhalt sichern.
- Ich bin bereit, offiziell Teil des Systems zu werden.
Daueraufenthalt – der große Schritt
Wenn Sie sich für einen Daueraufenthalt in Tunesien interessieren, können Sie diesen natürlich gerne beantragen. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass dies nicht ohne weiteres möglich ist. Die Behörden legen großen Wert darauf, zu sehen, dass man sich nicht nur „überwintert“, sondern sich mit ganzem Herzen auf das Land einlässt.
Wenn Sie sich in diesem Land bereits fünf Jahre lang legal aufhalten, können Sie die Carte de Résident beantragen. Das heißt, Sie haben einen legalen Aufenthaltstitel, zum Beispiel die Carte de Séjour, und haben diese jedes Jahr verlängert. Diese bietet deutlich mehr Stabilität:
- Gültigkeit über mehrere Jahre
- Weniger Behördengänge
- Sicherheit beim Leben und Investieren auf Djerba
Doch bis dahin ist es ein Marathon. Wer jedes Jahr Probleme mit Unterlagen hat oder Lücken im Aufenthalt nachweist, muss damit rechnen, dass der Antrag abgelehnt wird.
Alltag im Langzeitaufenthalt
Ein echtes Leben auf Djerba beginnt oft erst mit dem Langzeitaufenthalt. Erst jetzt geht es darum:
- Verträge abschließen (Miete, Strom, Internet)
- Bankkonto eröffnen
- Krankenversicherung ernsthaft organisieren
- soziale Kontakte aufbauen, die über Urlauberbekanntschaften hinausgehen
Kurz gesagt: Mit dem Langzeitstatus hört das Nomadenleben auf, und man wächst in den Alltag hinein.
Unterschiede zwischen Traum und Wirklichkeit
Viele stellen sich vor: Einmal Daueraufenthalt beantragt, und alles läuft rund. Die Realität sieht anders aus:
- Dokumente nachreichen: Immer wieder werden neue Papiere verlangt.
- Wartezeiten: Wochenlange Bearbeitung ist normal.
- Sprache: Ohne Französisch oder Arabisch wird es sehr schwer.
- Eigeninitiative: Niemand erinnert dich an Fristen – du musst selbst den Überblick behalten.
Fazit: Bleiben heißt Durchhalten
Ein Langzeitaufenthalt auf Djerba ist machbar, aber er erfordert Geduld, Klarheit und ein wenig Gelassenheit gegenüber der Bürokratie. Der Daueraufenthalt ist die Belohnung für alle, die konsequent dabeibleiben, sich ein Leben aufbauen und zeigen, dass sie nicht nur Gäste sind.
Wer den Weg geht, hat am Ende mehr als nur Sonne und Strand – er hat ein echtes Zuhause in Tunesien.






